Profil Firmeninhaber Michael Stein

 

1974-1978 Grundschule Inzell

 

1978-1987 Chiemgau Gymnasium Traunstein- Abschluss Abitur

 

1987-1990 Ausbildung zum Kirchenmaler- Abschluss  Gesellenprüfung

 

1990-1994 Gesellenjahre

 

1994-1995 Meisterschule für Kirchenmaler in München

 

1995-1996 Meistertätigkeit

 

1998 Restauratorenkurs Kirchenmaler-Abschluss 

Restaurator im Handwerk

 

1999-2011 Selbstständigkeit gemeinsam mit Alois Stein

 

Ab 2012 Geschäftsführer der Firma

Der Betrieb

Die Kirchenmalerfirma wurde von meinem Großvater Willibald 1961 gegründet. Mein Vater Alois führte das Geschäft zuerst alleine weiter, bis ich im Jahr 2000 als Teilhaber in die Firma mit einstieg. Seit 2012 bin ich alleiniger Geschäftsinhaber. Derzeit beschäftigen wir 12 Mitarbeiter, davon 2 Auszubildende.

 

Was bedeutet es für mich Kirchenmaler zu sein

 

Die Handschrift des individuellen Handwerkers bleibt in unseren Denkmälern auch für die Zukunft erfahrbar. Jedes Denkmal, egal ob Kirche oder Bauernhof trägt die Handschrift der Ausführenden und lebt von einer nicht wiederherstellbaren Lebendigkeit und Eigenständigkeit.

 

Das Zeitalter der Industrialisierung hat diese einzigartigen Erkennungsmerkmale immer mehr standardisiert und vereinheitlicht. Heute gibt es nur noch Normen mit geraden Kanten, fluchtigen Oberflächen und Einheitsgrößen. Auch in der Gestaltung unserer Wohnlandschaft stecken wir tief drin in einer „Trau mich nicht Gesellschaft“ in der sich die individuelle Ausführung einem verallgemeinernden Einheitsbrei gebeugt hat.

In der Vergangenheit brauchte es viele gute Handwerker, die mit sehr wenig Naturmaterialien (Kalk, Leinöl, Naturharze) und mit ihrem hohen Fachwissen einzigartige Oberflächen gestalteten. Heute ist der gute Handwerker zum Verarbeiter der vielen tausend Produkte mutiert, die uns die Putz-und Farbindustrie mit vielen Gebrauchsanweisungen und Fachberatern an die Hand gibt. Viele daraus resultierende Probleme, wie Schimmelbildung im Wohnraum oder allergische Reaktionen auf Lösemittel, Weichmacher, Stabilisatoren usw., die sich in allen modernen Anstrichsystemen und Beschichtungen befinden, stehen eigentlich im Gegensatz zu unserem Streben, uns auf den Weg zurück zur Natur zu machen. Vor unserer Haustür ist aus Kostengründen oder Unkenntnis Schluss mit "Bio im Eigenheim".

Wenn es uns also schon in unserer hoch modernen und zivilisierten Welt nicht gelingt, die einfache Brücke zu unseren Vorvätern zu schlagen, scheint es mir äußerst wichtig, unsere Denkmäler sensibel zu pflegen, damit vielleicht unsere Nachfahren die Qualität der früheren Materialien und Gestaltungen erkennen und sie für sich nutzbar machen.

Der Kirchenmaler arbeitet mit den Werkstoffen vergangener Zeiten, kennt ihre unschlagbaren Eigenschaften und beherrscht die richtige Verarbeitung. Die Gestaltung von Oberflächen mit Illusionsmalerei, Marmorierung, Holzmalerei (Maserierung) ist ihm ebenso geläufig, wie die Ausführung von Vergoldungen in Glanz-und Matttechnik auf allen Untergründen. Ein großes Gebiet umfasst darüber hinaus das Verständnis und das handwerkliche Geschick der Verarbeitung von Kalkputzen und die Beschichtung mit Kalk und farbigen Kalklasuren.

 

Der Ansatz, das Wissen und Können unserer Vorväter weiterzutragen und zu erhalten, setzt auch einen hohen Anspruch an die Ausbildung des Nachwuchses. Ein Handwerksberuf mit vielen Facetten, in dem man nie auslernt.

All das erfüllt mich mit viel Freude und deshalb bin ich auch stolz darauf ein Kirchenmaler zu sein.

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